Donnerstag, 31. Oktober 2019

Ist eine Haartransplantation schmerzfrei?



Der Mensch besitzt unzählige Schmerzrezeptoren, die vor allem in der Haut implementiert sind. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn die Haut ist einerseits das größte menschliche Organ und andrerseits bildet die Haut die Barriere gegen von außen eindringende oder angreifende Objekte und Subjekte.

Am Kopf ist die Dichte der Schmerzrezeptoren besonders hoch, denn hier gilt es, das Gehirn und die wichtigsten Sinnesorgane zu verteidigen beziehungsweise schnellstmöglich vor Verletzungen zu warnen. Nichts anderes machen Schmerzrezeptoren. Sie sind die eingebaute Alarmanlage des Menschen, die 24 Stunden am Tag im Dienst ist.

Die Alarmanlage abschalten

Eine Eigenhaarverpflanzung ist ein Eingriff in die Haut des Menschen und betrifft je nach Umfang eine relativ große Fläche des Kopfes. Einmal während der Entnahme der Haare und einmal während des Einpflanzens in den kahlen Bereichen.

Die Transplantation ist zwar großflächig, jedoch nicht sehr tief gehend. Das menschliche Kopfhaar ist mit seiner Wurzel in der Dermis verankert, das ist die Hautschicht direkt unter der Epidermis, der Hautoberfläche. Zusammen besitzen Epidermis und Dermis am Kopf etwa eine Dicke von 1 bis 1,5 mm. Die zur Entnahme und Einpflanzung verwendete Hohlnadel dringt dementsprechend nur etwa 1,5 bis 2 mm tief ein. Das ist ungefähr so, wie wenn sich jemand versehentlich mit einer Nähnadel sticht. Natürlich verursacht dies Schmerzen und bei einer Haartransplantation können es durchaus 2000 bis 3000 Haare sein, die verpflanzt werden. Damit dies ein verträglicher beziehungsweise schmerzfreier Vorgang wird, setzt der operierende Arzt ein Lokalanästhetikum ein. In der Regel handelt es sich dabei um eine Leitungsanästhesie, bei der die Nervenenden oder Schmerzrezeptoren umspritzt werden.

Die Haartransplantation ist je nach gewählter Methode, etwa FUE oder FUT, eine Operation, die sich über mehrere Stunden erstreckt. Darum werden Betäubungsmittel mit Langzeitwirkung eingesetzt, das sind Betäubungsmittel der Substanzklasse Säuremidtyp, beispielsweise:

Prilocain

Lidocain

Bupivacain

Es sind grundsätzlich nur örtliche Betäubungen, niemals eine Vollnarkose, der Patient bleibt bei vollem Bewusstsein. Trotzdem  
wird der Arzt über eine Anamnese im Vorfeld abklären, ob das gewählte Betäubungsmittel eventuell Nebenwirkungen erzeugt. Haartransplantationen sind so völlig schmerzfrei.

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