Haarausfall beschäftigt die Menschen als ein Problem, das
zwar keine direkte körperliche Schädigung verursacht, jedoch durchaus schwere
psychologische Folgen haben kann. So wurde im Laufe von Jahrtausenden
vermutlich schon Alles aus der großen Apotheke von Mutter Natur ausprobiert, um
verlorene Haare wieder dazu zu bringen, erneut zu wachsen.
Während es früher so delikate Mittel wie Pferdemist oder
recht dubiose Tinkturen mit der Galle von Schweinen waren, die zu neuer
Haarpracht verhelfen sollten, um nur zwei Beispiele zu nennen, wird in Zeiten
der Aufklärung detaillierter und tiefer forschend vorgegangen. Längst wurde die
tatsächliche Ursache für den häufigen Haarausfall von Männern festgestellt,
zwei genetische Defekte, die sich seit Urzeiten vererben und dafür sorgen, das
in bestimmten Bereichen des Kopfes die dort wachsenden Haare auf genau das
Hormon allergisch reagieren, das eigentlich das Haarwachstum fördert.
Das Dickkopf-Protein schaltet Haarwachstum ein?
Der etwas seltsame Name des Proteins geht auf Prof. Dr.
Christof Niehrs zurück, der entdeckte, das dieses Protein oder besser das Gen
dazu die Entwicklung des Kopfes im Embryo-Stadium steuert, weshalb es
Dickkopf-1-Protein benannt wurde.
Das DKK2 oder Dickkopf-2-Protein wiederum ist unter anderem
dafür zuständig, wo am Körper Haare wachsen sollen und wo nicht. So sorgt DKK2
etwa an den Handinnenflächen wie auch an den Fußsohlen dafür, das dort keine
Haare wachsen. Um dies zu bewerkstelligen, blockiert DKK2 den sogenannten
Wnt-Signalweg. Darunter muss sich so etwas wie einer von vielen Kanälen
vorgestellt werden, die durch den Körper verlaufen und die bestimmte äußere
Reize an verschiedene Orte transportieren, so auch der Reiz, Haarpapillen
auszubilden.
Nun stellen sich andere Forscher natürlich die Frage, ob der
genetisch bestimmte Haarausfall nicht auch etwas mit dem DKK2-Protein zu tun
haben könnte. Immerhin wurde es bei Mäusen bereits geschafft, das DKK2-Protein
auszuschalten, worauf sich bei diesen an sonst eigentlich kahlen Stellen Haare
ausbildeten. Ob jedoch die genetische Fehlbildung der Haare bei der androgenetischen
Alopezie durch die Blockierung des DKK2-Proteins aufgehoben wird, steht noch in
den Sternen, zumal noch nicht einmal sicher ist, dass das DKK2-Protein auf der
Kopfhaut wirksam ist.


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