Als unsere Vorfahren in der afrikanischen Steppe lernten,
aufrecht zu gehen, besaßen sie zwar den Vorteil, über das hohe Gras
hinwegzusehen, gleichzeitig jedoch waren sie im Verhältnis zu möglichem
Jagdwild relativ langsam. In der Folge entwickelte sich der Urahn des Homo
Sapiens zum Ausdauerjäger. Eine Ausnahme in der Tierwelt, denn üblicherweise
sind Jagd- und Fluchtstrecken nur auf kurze Distanz ausgelegt. Ein Trick der
Evolution, um alle Notwendigkeiten zum Überleben in der Natur unter einen Hut
zu bringen. Das Fell oder eine dichte Körperbehaarung war gerade für Säugetiere
beziehungsweise Warmblüter notwendig, um sie vor der Nachtkälte zu schützen.
Damit lassen sich jedoch keine langen Strecken im schnellen Tempo zurücklegen,
ohne zu überhitzen. Nur der Mensch machte hier eine Ausnahme und mit der
Entdeckung des Feuers glich er auch die fehlende Körperbehaarung aus. Eine
Entwicklung, die jedoch nicht von heute auf morgen stattgefunden hat,
sondern Millionen von Jahren dauerte. Am Ende dieser Entwicklungsstufe steht
der heutige Mensch, der nur noch auf dem Kopf, unter den Achseln und im
Schambereich Haare aufweist.
Warum denn überhaupt noch Haare?
Unser Gehirn ist einerseits unser wichtigstes Organ,
andrerseits sitzt es an einer sehr exponierten Stelle des Körpers. Unsere
Kopfhaare dienen hier als Isolation gegen Wärme und Kälte zugleich, wobei es
regionale Unterschiede gibt. Menschen in heißen Klimazonen weisen in der Regel
dicke und schwarze, jedoch relativ wenige Haare auf, die gut vor der
Sonneneinstrahlung schützen. Menschen in kühlen oder gemäßigten Klimazonen
besitzen dünnere, oft helle, aber dafür zahlreichere Haare, die ein wärmendes
Polster bilden.
Die Jagd spielt für uns kaum noch eine Rolle, wohl aber das
Kopfhaar, das zum Symbol für jugendliche Kraft und Ausdauer wurde, sich aber je
nach Veranlagung gerade bei Männern schon frühzeitig zurückbildet.
Stirnglatzen, Tonsuren und Geheimratsecken können sich schon bei dreißigjährigen
Männern ausbilden. Eine Eigenhaarverpflanzung kann die Glatzenbildung dauerhaft
rückgängig machen. Die Haartransplantation ist aktuell das einzige Verfahren,
die dies gewährleistet. Moderne und schonende Methoden, wie etwa die
FUE-Technik, sorgen für gute Ergebnisse in einem angemessenen Zeitrahmen, um so
schnell wieder volles Haar zu besitzen.

