Die Versprechungen der pharmazeutischen Hersteller sind meist
von der eher euphorischen Sorte. Neuer Haarwuchs an bisher kahlen Stellen.
Dichtes, volles Haar wo kurz zuvor noch eine spiegelglatte Fläche war.
Die Wahrheit sieht etwas anders aus. Tatsächlich gibt es
Haarwuchsmittel, die den Haarwuchs beschleunigen und unterstützen. Es gibt
jedoch kein Haarwuchsmittel, das neue Haare entstehen lassen kann. Die
Hersteller der verschiedenen Cremes, Salben, Tinkturen, Tabletten und Säfte
zielen mit ihren Heilsversprechen aber genau auf die Klientel ab, die sich am
ehesten neue Haare wünscht. Das sind über die Hälfte aller männlichen Erwachsenen
in Nord- und Mitteleuropa genauso wie in den USA oder Australien. Denn dieser Personenkreis
ist von erblichem Haarausfall betroffen, einem genetischen Defekt, der sowohl
über die männliche wie weibliche Linie von Generation zu Generation weitergegeben
wird. Haare mit dieser Genetik sind unrettbar verloren und nicht nur der
sichtbare Teil, sondern gleichermaßen die Haarwurzel und die Haarpapille.
Wo nichts ist, kann nichts wachsen
Es gibt Pflanzen, bei denen schon ein kleiner Wurzelrest
ausreicht, dass sie neu sprießen. Dann gibt es Pflanzen, die nur über
ausgestreute Samen sprießen. Es gibt jedoch keine Pflanzen, die aus dem Nichts
entstehen. So verhält es sich auch mit ausgefallenen Haaren, da helfen kein
Dünger sprich Haarwuchsmittel in irgendeiner Form. Das einzige bekannte und
funktionierende Mittel ist die
Eigenhaarverpflanzung beziehungsweise die
Haartransplantation, im Detail mehr dazu unter Health Travels. Erst wenn sich eine neue Haarwurzel im zuvor kahlen
Bereich verankert hat, entsteht daraus ein neues Haar und ja, Medikamente
können dann den Haarwuchs unterstützen.
Wer nun argumentiert, das die Haare in der Kindheit ja auch
quasi aus dem Nichts entstanden sind, übersieht hierbei, das Wachstum in
Pflanzen wie in Tieren und auch dem Menschen einen Prozess darstellt, der einer
biologischen Stoppuhr mit Anfangs- und Endzeiten unterworfen ist. In der
Kindheit gibt es einen Zeitraum, indem die Körperhaare gebildet und ihre
Funktionalität, aber auch ihre Lebensspanne festgelegt wird. Das kann nicht
beliebig wieder angekurbelt werden und das wäre auch nicht ratsam. Jeder der
unzähligen Prozesse im menschlichen Körper hängt mit anderen Prozessen und oft
auch mit bestimmten Zeitabschnitten zusammen, weshalb die Folgen eines solchen
Neustarts schwer vorherzusagen wären. Eine Haartransplantation hingegen ist
praktisch nur der Austausch eines genetisch defekten gegen ein gesundes Haar. Chemie
und Pharmazie können hierbei helfen, mehr aber auch nicht. Wobei anzumerken
ist, das eine Eigenhaarverpflanzung bei gesunden Menschen keinerlei
Nebenwirkungen hervorruft, Medikamente hingegen schon.


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