Samstag, 22. September 2018

Androgenetische Alopezie – ein ungeliebtes Erbe



Androgenetische Alopezie
In der medizinischen Fachsprache wird der vererbte Haarausfall als androgenetische Alopezie bezeichnet. Ein Erbe, mit dem sich vorwiegend Europäer und Menschen mit europäischen Wurzeln, etwa viele US-Amerikaner oder Australier, abfinden müssen. Es ist leider ein Erbe, das nicht ausgeschlagen werden kann. Das Erbe ist zudem recht umfangreich. Die Schätzungen darüber, wie viele Männer davon betroffen sind, liegen zwischen 60 und 80 %. Es ist zwar umfangreich, aber unsichtbar, denn das Erbe besteht aus einem Gen, das sowohl vom Vater wie auch der Mutter an den Sohn übergeben werden kann. Dabei ist die Mutter nur die Überbringerin, die es wiederum von ihrem Vater geerbt haben kann. Frauen sind von der androgenetischen Alopezie weit weniger betroffen als Männer.  

Was macht dieses Gen, das schon sehr junge Männer die Bildung von Geheimratsecken oder sogar Stirnglatzen an sich feststellen?

Es sorgt dafür, dass die Kopfhaare gegenüber einem bestimmten Hormon überempfindlich reagieren. Es handelt sich hierbei um das körpereigene Hormon Dihydrotestosteron (DHT). Ausgerechnet dieses Hormon ist mit für den Aufbau der männlichen Körperbehaarung verantwortlich. Interessanterweise sind von dieser Überempfindlichkeit meistens nicht alle Haare auf der Kopfhaut betroffen. In der Regel ist zumindest ein Haarkranz, der von einem Ohr über den Hinterkopf zum anderen Ohr verläuft, von der Überempfindlichkeit ausgeschlossen. Diese gesunden Haare bilden auch den Schlüssel für die Lösung des Problems, das sich medikamentös nur sehr bedingt bekämpfen lässt, wohl aber operativ, mehr dazu finden Sie unter Health Travels.

Doch zunächst noch ein Erklärungsversuch, warum die androgenetische Alopezie überhaupt besteht. Eine These dazu bezieht sich auf
Haarausfall
einen Gendefekt, der sich irgendwann in der Besiedlungsgeschichte Europas ereignet hat und sich nur in diesem Umkreis fortsetzte beziehungsweise vererbte und ausweitete. Für diese These sprechen zwei Faktoren. Einmal die Tatsache, das direkte Nachfahren von Menschen des afrikanischen und asiatischen Kontinents weit weniger von der androgenetischen Alopezie betroffen sind und zum anderen, das Europa über Jahrtausende hinweg ein Einwanderungsgebiet war und ist. Neu eingewanderte Menschen vermischten sich mit den vorhandenen Europäern und blieben vor Ort.

Doch nun dazu, was gegen ererbten Haarausfall am besten hilft.

Da sich die androgenetische Alopezie mittels Medikamenten bestenfalls aufhalten lässt, jedoch keine neuen Haare wachsen, dort wo bereits kahle Stellen bestehen, bleibt nur die Eigenhaarverpflanzung. Die Haartransplantation ist bereits seit vielen Jahren ein bewehrtes Mittel, der Glatze und dem Gen aus grauer Vorzeit erfolgreich den Kampf anzusagen.